Volume2

Modell 2602

High-End Volume Controller

Testbericht in Sound & Recording: Aktive Lautstärkeregler SPL Volume2 und Volume8

Von Peter Kaminski

Gerade die Anwender von Digital Audio Workstations, die ohne ein Pult produzieren, haben oft das Problem, den Abhörpegel ohne hörbare Klangbeeinträchtigungen regeln zu wollen. SPL bietet hier Lösungen für Stereo- und Mehrkanalanwendungen an.

 

Warum

bereitet das Regeln des Abhörpegels überhaupt Probleme? Wir haben es im Abhörweg ja (leider) immer noch mit analogen Signalen zu tun. Von einem perfekt digital angesteuerten und bezahlbarem Lautsprecher ist man noch etwas entfernt. Alle Signale aus der DAW, und natürlich auch aus einem Digitalmischpult, werden vor der Übergabe auf die analogen Monitorverstärker in die analoge Ebene gewandelt.
Regelt man nun bei der DAW-Host-Software den Monitorpegel über den Master Fader in der digitalen Ebene herunter, wird nicht nur der Ausgangspegel geringer, sondern auch die Auflösung des Signals in der digitalen Ebene. Wenn wir einmal von 20 Bit Maximalauflösung ausgehen und man den Pegel um 24 dB absenkt, stehen effektiv nur noch 16 Bit Wortbreite zur Verfügung. Mit jeden weiteren 6 dB Dämpfung verliert man ein Bit an Auflösung.

Einen Lösungsansatz kann eine analoge Regelung darstellen, da man ja sowieso von der digitalen in die analoge Ebene konvertieren muss. Also einfach ein Potentiometer eingeschliffen und alles ist gelöst? Leider ist auch das nicht der Weisheit letzter Schluss, denn bei einer passiven Regelung im Signalpfad wird die Impedanz verändert und somit auch der Frequenzgang durch die Regelung beeinträchtigt.

Es muss also eine aktive analoge Regelung her, die solche Einflüsse entkoppelt, dabei aber möglichst rauscharm ist. VCA-Lösungen scheiden daher aus. Und somit wären wir bei den Lautstärkereglern Volume2 und Volume8 von SPL angekommen, die genau das tun, was zuvor beschrieben wurde.

Konzept und Technik

Mit dem MTC 2381 und dem SMC 2489 bietet SPL schon Monitor-Controller für Stereo- und Surround-Anwendungen an. Jedoch reicht vielen Anwendern eine reine Lautstärkeregelung aus. Man entschloss sich daher zwei neue, preiswertere Geräte zu entwickeln. Volume2 und Volume8 sind technisch weitgehend identisch aufgebaut. Neben einem 45 Millimeter großen Drehregler für den Pegel befindet sich auch noch ein Mute-Taster für eine Stummschaltung. Das Gerätegehäuse (215 x 80 x 220 mm) ist aus Metall (Front und Top aus Aluminium und Bodenwanne aus Stahlblech) gefertigt; das jeweilige Eigengewicht (1,6 bzw. 1,9 kg) verhindert zusammen mit den Gummifüßen ein Verrutschen.

Der Lautstärkeregler Volume2 für den Einsatz im Stereo-Monitoring ist (im Gegensatz zum Volume8) mit XLR-Buchsen ausgestattet. Der Volume8 ist für den Einsatz bei Mehrkanalton-Monitorsystemen vorgesehen und kann acht Kanäle gleichzeitig regeln – also z. B. sechs 5.1-Kanäle plus Stereo oder acht Kanäle eines 7.1-Monitorsystems. Die symmetrierten Ein- und Ausgänge liegen auf je einer 25-poligen Sub-D-Buchse. Die Belegung ist ja mittlerweile standardisiert (z. B. wie bei Tascam) und auch bei den meisten Workstations in dieser Form und Belegung anzutreffen. Hierzu aber noch ein wichtiger Hinweis: Sub-D-Kabel aus der EDV-Technik sind häufig für die Audiosignalübertragung ungeeignet, und zwar nicht unbedingt wegen der Schirmung, sondern wegen ihres Übersprechens! Also besser beim Fachhändler ein Spezialkabel kaufen als im nächsten Computerladen das (unter Umständen deutlich preiswertere) PC-Kabel, oder man erwirbt ein hochwertiges Multicore und greift selber zum Lötkolben.

Wichtig sind natürlich die technischen Daten. Besonders genau muss der Gleichlauf der Drehpotentiometer sein. Besonders schwierig ist dies bei dem 8-Ebenen-Potentiometer des Volume8. Bei der Fertigung werden die Kammern ausgemessen und selektiert. Der Gleichlauf ist so nominal besser als 1 dB. Zudem liegen die Kammern mechanisch so weit auseinander, dass auch ein Übersprechen verhindert wird. Das Übersprechen der beiden Geräte liegt bei kleiner -80 dB und wird bei der Surround-Version nicht unwesentlich vom angeschlossenen Sub-D-Kabel bestimmt.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die aktiven analogen Komponenten. Beim Volume2 und Volume8 kommen die von S PL entwickelten, lasergetrimmten Driver- und Receiver-Module zum Einsatz, dje eine hohe Gleichtakt-Unterdrückung (größer 60 dB bei 1 kHz) und geringes Rauschen (Rauschabstand -102 d Bu, A-bewertet) bzw. einen hohen Dynamikumfang (120 dB) garantieren. Die Eingangsimpedanz beträgt 22 kOhm und die Ausgangsimpedanz ist kleiner 600 Ohm. Die Geräte sind auf einen Nominalpegel von + 4 dBu ausgelegt. Der Hersteller gibt einen Maximalpegel von größer als 20 dB an, wobei dies eine sehr vorsichtige Angabe ist. Der Maximalpegel lag bei unseren Testgeräten bei über 23 dBu. Ein weiterer Punkt ist das Netzteil, welches deutlich überdimensioniert ist und mit einem Ringkerntransformator ausgestattet wurde. Der Hersteller gibt einen Übertragungsbereich von 10 Hz bis 100 kHz (-3 dB) an. Auch eine eher noch konservative Angabe. Der THD+N wird vom Hersteller mit kleiner -100 dBu bei+ 15 dBu Eingangspegel angegeben. Bei -20 dBu Pegel beträgt der THD+N immer noch ca.-75 dB.

Praxis

In der Bedienungsanleitung wird beschrieben, wie man sein Abhörsystem in Verbindung mit dem Volume2 oder Volume8 kalibriert. Das kann man tun - muss es aber nicht. Schon in den 70er-Jahren machte Dolby den Vorschlag, einen Referenzabhörpegel zu benutzen. Eingebürgert hat sich ein Referenzschalldruck von 83 dB SPL. Das Arbeiten mit einem Referenzschalldruck hat den Vorteil, dass man – mit etwas Erfahrung – die Lautstärke auch ohne messtechnische Hilfsmittel beurteilen kann. Auch beim studioübergreifenden Produzieren bietet ein Arbeiten mit Referenzpegel Vorteile. Zudem arbeiten auch Referenzpegel-bezogene Messverfahren, wie z. B. das „K-System", genau mit den 83 dB SPL. Aber wie gesagt, es ist eine Option, die Vorteile bietet, aber kein Muss.

In der Praxis gab es mit den beiden Pegelreglern keine Probleme. Der Störabstand des Volume2 und Volume8 ist ausgezeichnet und so groß, dass normalerweise das Rauschen der Endstufe und das Grundrauschen höher liegen als das der SPL-Pegelregler. Klangliche Veränderungen sind auch für Expertenohren bei normalen Pegelverhältnissen nicht wahrnehmbar.

Um übrigens festzustellen, ob das Gerät überhaupt eingeschaltet ist, muss man die Mute-Taste drücken – die ist nämlich bei Aktivität beleuchtet.

Fazit

Der Volume2 mit knapp unter 300 und der Volume8 mit knapp unter 500 Euro ist seine Investition wert. Die Verarbeitung ist ausgezeichnet, und für diesen Preis lassen sich auch die technischen Daten sehen. Natürlich sind Volume2 und Volume8 nicht nur für DAW-Anwender von Interesse, sondern sie verbessern auch die Abhöreigenschaften vieler Digitalpulte, besonders im unteren und mittleren Preissegment.

Profil

+ bezahlbare und hochwertige Technik
+ einwandfreier Sound
- keine Betriebsanzeige

Richtigstellung zum Test SPL Volume2 und Volume8 in SOUND & RECORDING 9/2006


"In der Ausgabe 9/2006 von SOUND & RECORDING haben wir die beiden aktiven Lautstärkeregler Volume2 und Volume8 getestet. Auf Grund eines Konvertierungsfehlers zwischen Redaktion und Druckerei ist uns ein Fehler im Profil-Kasten unterlaufen.
Als Minuspunkt wird den SPL-Geräten „Rauschwerte nur durchschnittlich“ bescheinigt.
Dem ist nicht so! Im Text des Testes stehen die realen Fakten und genau das Gegenteil des Minuspunktes!

Ich zitiere: 'Beim Volume2 und Volume8 kommen die von SPL entwickelten, lasergetrimmten Driver- und Receiver-Module zum Einsatz, die eine hohe Gleichtaktunterdrückung (größer 60dB bei 1kHz) und geringes Rauschen (Rauschabstand -102dBu, A-bewertet) bzw. einen hohen Dynamikumfang (120dB) garantieren.'

Sorry, dass durch den o. a. Fehler unsererseits Missverständnisse entstehen können."

Dr. Walter Wehrhan
Chefredakteur SOUND & RECORDING