
Modell 2160
Nr. 1
SPL hat als erster Hersteller ein achtkanaliges, mehrkanalfähiges Mastering-Mischpult entwickelt. Ziel der Entwicklung war ein Mastering-Pult, mit dem alle bekannten und absehbaren Audioformate, ob analog oder digital, verarbeitet werden können.
Die MMC 1-Konsole ist als zentrale Schaltstelle in Mastering-Umgebungen konzipiert, um die Aufgaben Lautsprecher-Management, Quellenverwaltung, Signalüberwachung, Track-Zuordnung, Master- und Monitor-Leveleinstellung sowie automatisiertes Routing externer Prozessoren zu ermöglichen.
Auszug aus einem Interview von Fernando Curiel in RECORDING Magazine, September 2006 ("Bob Ludwig, the master of mastering shares his thoughts"):
Recording: "What gear do you use and how is it different from the gear that a recording facility might have?"
Bob Ludwig: "The SPL MMC1 8-channel analog console that I use has electronics that spec out far superior to a recording console that must jam 48 channels into a package that is still somewhat affordable. Plus the heat from pure Class A circuits would probably make a multitrack console like that melt!"
Da die Entwicklung digitaler Formate ständigem Wandel unterliegt und derzeit neben PCM die DSD-Technik ihren Siegeszug antritt, kann es nur sinnvoll sein, in einem solchen Entwicklungsvorhaben eine Technik zu verwenden, die hinsichtlich Auflösung, Rauschabstand und Klang allen Digitalformaten überlegen ist – und das ist analoge Audiotechnik in ihrer hochwertigsten Form.
Weitere Anforderungen, die für den Einsatz hochwertigster Analogtechnik sprechen, sind:
Im MMC 1 kommen SPLs SUPRA-Operationsverstärker zum Einsatz, die mit einem Stromspiegel von 120V arbeiten. Über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren wurde bei SPL an diesem Operationsverstärker geforscht, bis die Basis einer neuen Generation analoger Audiotechnik gefunden wurde. Der SUPRA-Operationsverstärker erzielt einen Rauschabstand von 116dB mit einer Übersteuerungsfestigkeit von 34dB. Der Dynamikumfang beträgt 150dB bei einem Frequenzübertragungsbereich bis 200kHz.
Mit diesen Eckdaten liegt das MMC 1 deutlich über den Anforderungen heutiger PCM-Digitalformate bis 24bit und 192kHz Sample-Rate und DSD-Digitalformate mit 1bit und 256fs.
Daher ist nicht zu erwarten, dass die Digitaltechnik in absehbarer Zeit Rahmenbedingung schaffen kann, in denen das MMC 1 einen „Flaschenhals“ bilden würde.
Source
Die Source-Sektion ist in zwei Abteilungen unterteilt. Auf der linken Seite befinden sich die Input-Quellen, die zum Mastering herangezogen werden. Es kann zwischen vier Stereo- und vier Mehrkanalquellen gewählt werden.
Über den Tape/Mix-Schalter wird die Auswahl der Returns auf das Monitoring freigeschaltet. Jetzt können insgesamt acht Stereo- und acht Mehrkanal-Returns angewählt werden. Auf den Returns werden neben den Returns der Aufnahmemaschinen (Rechner, Wandler, analoge Mehrspurmaschine) auch die reinen Abhörquellen wie SACD-Player, DVD-Player, TV etc. eingespeist.
Die Input-Quellen und die Returns können auf der Rückseite des MMC 1 sowohl an XLR-Buchsen als auch an EDAC-Multipin-Buchsen angeschlossen werden.
Input
Die Input-Sektion erhält die in der Source-Sektion angewählte Input-Quelle. Zunächst durchläuft das Signal einen passiven Routing-Schalter, mit dem die einzelnen Kanäle des Quellsignals auf jeden anderen Kanal geroutet werden können. Diese Funktion ist im Hinblick auf die unterschiedlichen Kanalkonfigurationen der Mehrkanalaufnahmen unerläßlich.
Eine Tabelle oberhalb der Routing-Schalter gibt einen Überblick über gängige Kanalkonfigurationen:
DTS: L/R/LS/RS/C/LFE/L(t/o)/R(t/0)
Film: L/LS/C/RS/R/LFE/L(t/o)/R(t/0)
SDDS: L/LC/C/RC/R/LFE/LS/RS
Das MMC 1 verwendet für die interne Bus-Struktur und alle mehrkanaligen Ein- und Ausgänge die wohl gängigste Kanalkonfiguration nach SMPTE/ITU-Spezifikation:
SMPTE: L/R/C/LFE/LS/RS/L(t/o)/R(t/0)
Anmerkung: L(t/o) und R(t/0) steht für Left total und Right total bzw. für Left only und Right only. Der Appendix „total“ meint den in einem AC3- oder DTS-Decoder automatisch erstellten Stereo-Downmix aus den sechs Surroundkanälen, wohingegen der Appendix „only“ den separat erstellten Stereomix meint.
Der Routing-Selektor wird dazu verwendet, jede denkbare Kanalkonfiguration in die SMPTE-Konfiguration zu bringen. Hierzu werden Schalter von ELMA, Typ 08, eingesetzt, dessen Silber-Kontakte hauchvergoldet sind und eine Lebensdauer von über 25.000 Schaltzyklen haben.
Nachdem nun alle Kanäle der Input-Quelle auf die SMPTE-Kanalkonfiguration eingestellt sind, durchläuft das Signal zwei weitere passive Schaltfunktionen: den ON-Schalter und den Phasenumkehrschalter.
Danach kann für jeden Kanal ein genaues Pegeltrimming in 0,5 dB-Schritten vorgenommen werden. Zum Einsatz kommen hierfür spezielle Schalter mit 32 Stufen, die einen Einstellbereich von -9,5 dB bis +6 dB bieten. Der Clou an diesen Schaltern ist, daß immer nur zwei Kontakte miteinander verbunden werden, egal auf welcher Schalterstellung sich der Schalter befindet. Bei sonstigen Schaltern durchläuft das Audiosignal alle Widerstände bis zum Abgriffspunkt, wodurch sich thermisches Rauschen und Toleranzen addieren. Nicht so bei den hier verwendeten Schaltern – das Audiosignal durchläuft immer nur einen Widerstand, und dieser hat eine Toleranz von 0,1%.
Insert
Sie glauben, in einem Mastering-Studio ohne Patchbay würde etwas Entscheidendes fehlen? Nicht mit der MMC 1.
Ist es in einer Stereoumgebung noch relativ überschaubar, Prozessoren über eine Patchbay zu stecken und deren Bearbeitungsreihenfolge festzulegen, so kann man beim Surround-Mastering getrost von einem etwa drei- bis viermal höheren Aufwand ausgehen.
Das MMC 1 verfügt daher über eine entsprechend aufwändige Insert-Matrix, mit der bis zu vier Prozessor-Sequenzen gespeichert und abgerufen werden können.
Bis zu acht achtkanalige Prozessoren können an der Insert-Box angeschlossen werden. Die Reihenfolge, in der das Audiosignal durch die Prozessoren geschickt wird, wird mit der Eingabereihenfolge der Processor-Selection-Taster festgelegt. Neben jedem Taster befindet sich eine große Siebensegmentanzeige, die die aktuelle Position in der Bearbeitungsreihenfolge anzeigt.
Der Mastering-Engineer kann nun nicht nur eine bestimmte Sequenz für die Bearbeitung speichern und mit einer anderen Reihenfolge vergleichen, er kann sogar eine Sequenz mit Geräten von Hersteller A mit einer Sequenz mit Geräten von Hersteller B vergleichen.
Es stehen drei Speicherbänke für die Sequenzen zur Verfügung. Zusammen mit der aktuellen Einstellung ergeben sich vier unterschiedliche Bearbeitungssequenzen plus Bypass.
Monitor
Das Monitoring ist die zentrale Aufgabe des MMC 1. Die Audiosignale, die von der Insert-Box zurückkommen, werden für das Monitoring auf die acht Lautsprecherkanäle geschickt und parallel dazu in die Output/Master-Sektion geroutet.
Speakers
Am MMC 1 können zwei Stereopaare und zwei Surroundsysteme als Abhöranlagen angeschlossen werden.
Channel Selection
Jeder Lautsprecher hat einen ON-Schalter, der mit der jeweiligen Lautsprecherposition bezeichnet ist. Darunter befindet sich für jeden Lautsprecher eine Solo-Funktion. Befindet sich z.B. LS in Solo, so kann mit der Solo to Center-Funktion das LS-Signal auf dem Center-Speaker abgehört werden. Auf diese Weise kann jeder Kanal über den Center-Speaker abgehört werden, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erzielen, da man immer aus der selben Richtung, d.h. von vorne hört. Solo to Center kann nur aktiviert werden, wenn vorher eine Solo-Funktion ausgewählt wurde.
Verfügt die Surroundabhöre nicht über einen separaten LFE-Subwoofer, so wird mit der Funktion LFE to L/C/R der LFE-Anteil anteilig auf L/C/R verteilt.
Zur besseren Übersichlichkeit kann man in der Monitorsektion des MMC 1 zwischen Stereo und M-CH. (Multichannel) umschalten. Wird ein Stereomastering gemacht, so sollte vorher Stereo gedrückt werden. Hierdurch werden alle Lautsprecher-Funktionstasten bis auf L/R abgeschaltet. Die Betriebssicherheit wird so erhöht. Um die Stereo-Funktion aufzuheben, wird die Taste M-CH. (Multichannnel) gedrückt. Das MMC 1 speichert den letzten Zustand in der M-CH.-Konfiguration.
Darüber hinaus befinden sich drei Mono-Schaltungen in der Channel Selection-Sektion:
1. Mono L/R
2. Mono Rear (nicht im Stereo Modus aktivierbar)
3. Mono L(t/o) / R(t/0) (nicht im Stereo Modus aktivierbar)
Monitor Level/Dim
Der Monitor Level wird mit einem Spezialpotentiometer mit acht Kammern geregelt. Hier werden also keine DACs, Step Ladders oder VCAs zur Regelung der Lautsprecher eingesetzt, sondern ein echtes Potentiometer! Die Spezifikationen sind beeindruckend: dieses Potentiometer ist in der Lage, zwischen allen Kanälen eine maximale Abweichung/Toleranz von 0,5 dB über den gesamten Regelweg zu gewährleisten.
Natürlich verdient ein solches Meisterwerk eine entsprechende optische und haptische Einfassung. Bewegt wird dieses Edelpotentiometer mit einem aus Aluminium gedrehten Potentiometerknopf, der einen Durchmesser von 60 mm hat. Die Skalierung ist auf einer Kreisfläche von 120 mm Durchmesser blau hinterleuchtet und besitzt ein Zeigerelement aus orangen Miniatur-Leuchtdioden.
Es stehen drei Dim-Level per Knopfdruck zur Verfügung (-10 dB/-20 dB und -30 dB). Dazu kommt noch eine Mute-Funktion und ein Taster mit der Bezeichnung "Back". Falls eine Dim-Funktion aktiviert ist und danach Mute gedrückt wird, kann mit Back sofort zur Abhörlautstärke (ohne Dim und Mute) zurückgesprungen werden.
RTW-Surround-Monitor, VUs
Rechts vom Monitor-Level-Potentiometer befinden sich die Taster für die VUs und den RTW-Surround Monitor. Alle Funktionen des RTW können direkt neben dem Monitor-Level Potentiometer bedient werden. Dadurch braucht der Mastering-Engineer nicht die optimale Hörposition zu verlassen, um am RTW Einstellungen vorzunehmen.
Weitere Infos zum RTW-SurroundMonitor Modell 10800X auf der RTW-Website: www.rtw.de/produkte/stereosichtgeraete.html
Die VUs sind ebenfalls Spezialanfertigungen eines japanischen Herstellers, der die optimale Ballistik für VUs herstellen kann, so dass eine perfekte Visualisierung der Lautheit bzw. Energie sicher gestellt ist. Die VUs können auf 8 unterschiedliche 0-dB-Referenzen geeicht werden (0 dB/-2/-4/-6/-8/-10/-12/-14 dB) und zwischen Input und Output umgeschaltet werden.
Master/Output
Das MMC 1 verfügt rückseitig über drei parallele, achtkanalige und über vier parallele, zweikanalige Recording Outputs. In der Output-Sektion befinden sich für jeden Kanal die gleichen 32-Stufen-Schalten zum Pegel-Trimming in 0,5dB-Schritten wie in der Input-Sektion.
Zusätzlich kann für alle acht Kanale ein gemeinsamer Master-Ausgangspegel eingestellt werden. Hierfür kommt der gleiche Potentiometer zum Einsatz wie für die Monitor-Level-Regelung. Mit diesem Potentiometer kann der gesamte Ausgangspegel extrem fein eingestellt werden, um auch das letzte Quentchen herauszuholen. Dank des echten Potentiometers mit unendlicher Auflösung kann auch ein dynamisches Mastering gefahren werden.
Ronald Prent, Entwicklungspartner beim MMC1-Pprojekt: "I had a clear image of what I wanted so I designed it myself and gave the drawings to those crazy guys at SPL in Germany. Their interpretation of my concept is phenomenal."